Blueberry und der Fluch der Dämonen

Ein Artikel von Filmblog-Redakteur Lukas

So nebulös wie diese Szene blieb mir der ganze Film

So nebulös wie diese Szene blieben mir weite Teile dieses Esoterik-Westerns

Die Story: Mike Blueberry muß ganz schön leiden. Erst wird seine Freundin, das Barmädchen Lola, bei einem Schusswechsel mit dem Banditen Blount versehentlich erschossen. Als kurz darauf das Zimmer in Flammen steht, zieht er sich beim Sprung durch das Fenster schwere Verletzungen zu. Und dann plagen Mike Blueberry auch noch böse Dämonen. Hilfe verspricht der indianische Schamane Runi, der nicht nur seine Wunden mit Kräutern und magischen Formeln heilt, sondern ihn auch auf den Weg der Rache schickt. In den “heiligen Bergen” kommt es schließlich zum Showdown, der völlig westernuntypisch ausfällt: Statt sich mit Pistolen zu duellieren, trinken Blueberry und Blount ein dunkles Getränk, das zu psychodelischen Visionen führt. Die Dämonen bekriegen sich in nicht enden wollenden psychodelischen Animationen und Bösewicht Blount stirbt seinen gerechten Tod.

Wie war’s: Bei Blueberry handelt es sich um die Verfilmung einer gleichnamigen französischen Western-Comicserie, die in ihrem Genre durchaus erfolgreich ist. Mit einer comic-gerechten Verfilmung hat der Streifen aber wenig zu tun: Über weite Strecken ist der Film dröge, die Handlung kommt nicht in Fahrt und Vincent Cassel kriegt in seiner Rolle als von Dämonen geplagter Westernheld keinen Fuß auf den Bühnenboden. In der letzten halben Stunde dreht der Film dann ganz ab und wird zu einem üblen Schamanentrip, den man wohl auch nur unter Einfluss bewusstseinserweiternder Substanzen würdigen kann. So kann Blueberry vielleicht Esoterik-Fans begeistern – wer klassische Western liebt, wird leiden.

Diverse reichlich nutzlose Fakten:
Gerücht: Für die Rolle des Blueberry war auch Val Kilmer im Gespräch. Er lehnte dankend ab.
Regisseur: Jan Kounen
Länge: 124 Minuten
Drehorte: Mexiko und Spanien

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Eine Meinung zu “Blueberry und der Fluch der Dämonen”

  1. Die Wertung geht in Ordnung, aber einen legendären “Esoterik-Western” wie Alejandro Jodorowskys “El Topo” sollte man nicht unterschlagen… ;-)

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